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Nachfahren ehemaliger jüdischer Einwohner zu Besuch in Halsdorf
Einen erkenntnisreichen und eindrucksvollen Nachmittag erlebten die Familien von Ronald und dessen Sohn Jonathan Kadden aus den USA am Sonntag, 19.07.2009. Ronald Kadden ist ein Sohn von Siegmund Kadden. Der 1907 geborene Siegmund Kadden war ein jüdischer Mitbürger, der Halsdorf 1936 aufgrund der durch die Nazis initiierten Judenverfolgung verlassen musste. Er emigrierte in die Vereinigten Staaten. Auch für die die Besucher begleitenden Halsdorfer Familien war der Besuch ein sehr beeindruckendes,lehrreiches und nachhaltiges Erlebnis.
Anfang Mai war Jonathan Kadden über die Halsdorfer Homepage www.halsdorf.net per email mit Dieter Engel in Kontakt getreten. Unter dem Aspekt der jüdischen Kultur und Geschichte bereitete Engel dann einen Rundgang durch Halsdorf vor. Heike Lindner erklärte sich spontan bereit, bei den notwendigen Übersetzungen während des Rundganges mit den amerikanischen Familien behilflich zu sein.
Am Sonntag 19.07.2009 trafen die Familien von Ronald und Jonathan Kadden um die Mittagszeit in Halsdorf ein. Auf Einladung der politischen Gemeinde Wohratal aß man zunächst gemeinsam in einem Kirchhainer Restaurant zu Mittag. Nachdem man sich kurz vorgestellt hatte, ergaben sich bereits intensive Gespräche zu Kultur und Schicksal der Juden von Halsdorf.
In Begleitung der Familien Lindner und Engel sowie Gerhard Paesler und dem Zeitzeugen Peter Engel begann der Rundgang am jüdischen Friedhof. Nach einer Gedenkminute erläuterte Dieter Engel kurz die Geschichte des Friedhofes und machte auf den Grabstein von Herz Kadden, dem Urgroßvater von Ronald Kadden aufmerksam.
Anschließend ging man zur ehemaligen Synagoge. Der Synagoge angeschlossen war die Schule der israelitischen Gemeinde. Im Obergeschoss des Schulgebäudes lebte die Familie des Lehrers und Kantors Kaufmann Levi. Die Familie Levi musste 1939 nach Palästina emigrieren.
Die nächsten Stationen waren die früheren Häuser jüdischer Mitbürger. Bei den Erläuterungen wies Dieter Engel insbesondere auf das furchtbare Schicksal der Familien Max Rosenfeld und Abraham Katten hin. Sämtliche Familienmitglieder wurden zunächst deportiert und später ermordet.
Ganz besonders wichtig für Ronald und Jonathan Kadden war der Besuch des Hauses seines Großvaters bzw. Urgoßvaters Salomon. Hier hatte auch Siegmund Kadden seine Kindheit und Jugend bis zur Zwangsemigration verlebt. Die heutigen Bewohner des Hauses, Hilde und Günter Paesler zeigten den Besuchern bereitwillig die Wohnräume der hier ursprünglich lebenden Familie Kadden. Hilde Paesler erläuterte, wo sich der Gemischtwarenladen, Küche und die Schlafräume der Kaddens befunden hatten. Gegen 17.30 Uhr verabschiedeten sich die Kaddens sehr herzlich und bedankten sich sehr für den aufschlußreichen Nachmittag. Dieter Engel verabschiedete die Familie mit zwei Buchgeschenken, der Chronik von Halsdorf und dem Buch "Unbekannt verzogen oder weggemacht" von Barbara Händler-Lachmann und Ulrich Schütt. Die Kaddens überreichten ihm einen interessanten Bildband über die Vereinigten Staaten.
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